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Gesamtkonzeption
 Ein Gebäude offenbart sein Innenleben 

Der Technologiepavillon als Anschauungsobjekt: Ein Gebäude offenbart sein Innenleben.

Ob Einfamilienhaus, Wohnanlage oder Bürogebäude – in jedem Bauwerk steckt ein mehr oder weniger kompliziertes Innenleben. Normalerweise legt man Wert darauf, daß Dinge wie Rohrleitungen, Kabelschächte, Pumpen, Brenner, Motoren, Zeitmesser und Regler unsichtbar bleiben.

Der Technologiepavillon gibt sich aus gutem Grund anders:
Seine gesamte Technik wird auf einer interaktiven Projektionswand in der Eingangshalle demonstriert. Darüberhinaus wird das gesamte Konzept des Technologiepavillons durch ein Merkblatt erläutert.

  • Die Konstruktion: von Natur aus umweltfreundlich.
    Der Technologiepavillon soll Vorbildcharakter für das Bauen der Zukunft haben – deshalb legten die Planer großen Wert auf den Einsatz nachwachsender Baustoffe, also Holz und Holzwerkstoffe. Die Konstruktion des Gebäudes zeigt, daß sich diese Materialien auch für größere Bauvorhaben hervorragend eignen.

  • Die Fassaden: Tauschbörsen für Licht und Wärme.
    Ein besonderer Clou ist die Doppelfassade auf der Sonnenseite: Zwischen den beiden Glasverkleidungen sind drehbare Lamellen angebracht, die dank einer reflektierenden und einer dunklen Seite Licht und Wärme ganz nach Bedarf einfangen oder aussperren können.
    Auf diese Weise erfüllen sie verblüffend vielseitige Aufgaben: Lichtlenkung und Luftkollektor, Kühlung oder Beheizung je nach Außentemperatur.

  • Die Solarfassade.
    Dämmen mit Licht. Durch die horizontale wabenförmige Struktur der Dämmelemente heizen sich diese, gerade in der kalten Jahreszeit, durch die niedrig einfallende und tief eindringende Sonnenstrahlung auf. Die Außenwand wird damit zu einer warmen Hülle.

  • Fortschrittliche Energiespartechnik auch auf dem Dach.
    Wasserkollektoren, die nach Süden ausgerichtet sind, fangen Sonnenwärme ein und liefern warmes Wasser zum Verbrauch. Überschüssige Energie wird im Aquifer gespeichert.

  • Die Belüftung: ein perfektes Zusammenspiel von Luft und Technik.
    Wo viele Menschen zusammenkommen, wird viel Frischluft verbraucht. Auch dieses Problem löst der Technologiepavillon auf umweltfreundliche Weise: In der Doppelfassade entsteht durch die Erwärmung des Zwischenraums ein Aufwind, der ständig kühle Luft nach oben saugt. Dieses natürliche "Gebläse" läßt sich im Sommer direkt zur Raumbelüftung nutzen. An sehr heißen Tagen hilft zusätzlich Grundwasser, die Luft über Wärmetauscher vorzukühlen. Für die bedarfsgerechte Verteilung sorgt eine Steuerzentrale, die über Klimasensoren und Lüftungsklappen die Luftströme genau dosiert. 

  • Die Raumheizung: ein Hol- und Bring-Service für Wärme.
    Selbst im Boden und in den Wänden arbeitet modernste Technik: Hier sind Rohrleitungen verlegt, die Heizen und Kühlen gleichermaßen erlauben. Das Heizwasser fließt dabei mit einer mittleren Temperatur von etwa 25 Grad durch die Leitungen. Solange im Raum 25 Grad nicht überschritten werden, geben die Heizflächen diese Wärme an die Umgebung ab. Steigt die Temperatur weiter, dann nimmt das Wasser im Rohrsystem die überschüssige Wärme auf und bringt sie dorthin, wo sie gebraucht wird. 
  • Wärmepumpen: Heizenergie, die aus der Kälte kommt.
    Wärmepumpen sind ein Schlüssel zu verborgener Energie. Sie ziehen Wärme aus Wasser, Luft oder Erde und erzeugen dadurch drei- bis viermal soviel Energie, wie sie selber verbrauchen. Auch im Technologiepavillon sind solche Anlagen installiert: Zwei Wärmepumpen, die Wärme aus unterirdischen Schöpfbrunnen ziehen, unterstützen das Heizsystem bei Bedarf mit jeweils 40 Kilowatt eigener Heizleistung. 

  • Der Aquiferspeicher: Sommerwärme für den Winter.
    Mit der Sonnenwärme, die im Sommer auf ein Gebäude einstrahlt, läßt sich dessen Energiebedarf mehrfach decken – vorausgesetzt, die Wärme kann für die kalte Jahreszeit gespeichert werden. Im Technologiepavillon dient dazu ein sogenannter Aquiferspeicher (Langzeitwärmespeicher): Ein Behälter mit Wasser nimmt die überschüssige Wärme auf. Dort läßt sie sich durch konsequente Dämmung wochenlang festhalten und bei Bedarf entziehen. 

  • Die Zisterne: Aus Regenwasser wird Leitungswasser.
    Auch die sinnvolle Nutzung von Regenwasser gehört zum ökologischen Konzept des Technologiepavillons: Fast 400 Kubikmeter Wasser fallen im Lauf eines Jahres als Regen oder Schnee auf sein Dach. Dieses Wasser strömt durch unsichtbare Abläufe in eine unterirdische Zisterne. Genutzt wird das Regenwasser für die WC- Spülungen und zur Bewässerung der begrünten Außenbereiche. Der so erzielte Spareffekt ist enorm: Über die Hälfte des gesamten Wasserbedarfs im Pavillon wird mit Regenwasser gedeckt.

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